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Digitale Medien im Kindergarten: Chancen und Grenzen

Kaum ein Thema spaltet die pädagogische Fachwelt so sehr wie der Einsatz digitaler Medien im Kindergarten. Während manche vor „digitaler Demenz” warnen, sehen andere in Tablets und Co. wertvolle pädagogische Werkzeuge. Die Wahrheit liegt, wie so oft, dazwischen.

Was die Forschung zeigt

Die BLIKK-Studie (2017), durchgeführt vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, zeigte klare Zusammenhänge zwischen übermäßiger Mediennutzung bei Kleinkindern und Entwicklungsverzögerungen — insbesondere bei Sprachentwicklung und Konzentrationsfähigkeit. Allerdings unterschied die Studie nicht zwischen passivem Konsum und aktivem, begleitetem Einsatz.

Die EU-Kids-Online-Studie (2020) differenziert deutlicher: Entscheidend ist nicht ob, sondern wie digitale Medien genutzt werden. Begleiteter, kreativer Einsatz kann durchaus förderlich sein.

Sinnvoller Einsatz in der Praxis

Digitale Medien können pädagogisch wertvoll sein, wenn sie:

Beispiele aus der Praxis

SinnvollProblematisch
Kinder fotografieren Pflanzen für ein HerbariumTablet als Belohnung
Gemeinsam ein Lied aufnehmenKinder allein Videos schauen lassen
QR-Codes auf einer Schnitzeljagd scannenApps als Beschäftigungstherapie

Die Position der Fachverbände

Die Deutsche Liga für das Kind empfiehlt in ihrem Positionspapier von 2024: Kinder unter drei Jahren sollten möglichst keine Bildschirmmedien nutzen. Ab drei Jahren kann ein behutsamer, begleiteter Einsatz sinnvoll sein — maximal 30 Minuten pro Tag und immer im Beisein einer pädagogischen Fachkraft.

Mein Standpunkt als Erzieher

Ich sehe digitale Medien als eines von vielen Werkzeugen im pädagogischen Alltag. Sie ersetzen weder das Vorlesen, noch das Spielen im Matsch. Aber sie können bereichern — wenn der Einsatz durchdacht, begleitet und dosiert ist.


Quellen: