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Partizipation in der Kita: Demokratie von Anfang an

Kinder haben ein Recht auf Beteiligung — so steht es in der UN-Kinderrechtskonvention (Artikel 12) und in den Bildungsplänen aller Bundesländer. Doch was bedeutet Partizipation konkret im Alltag mit Zwei- bis Sechsjährigen?

Was Partizipation ist — und was nicht

Partizipation bedeutet nicht, dass Kinder alles entscheiden. Sie bedeutet, dass Kinder an den Entscheidungen beteiligt werden, die sie betreffen. Das Modell von Richard Schröder (1995) unterscheidet verschiedene Stufen:

  1. Fremdbestimmung: Erwachsene entscheiden, Kinder haben keine Stimme
  2. Alibi-Teilhabe: Kinder werden gefragt, aber die Entscheidung steht bereits fest
  3. Mitwirkung: Kinder können Vorschläge machen
  4. Mitbestimmung: Kinder entscheiden gleichberechtigt mit
  5. Selbstbestimmung: Kinder entscheiden eigenständig in definierten Bereichen

Partizipation im Kita-Alltag

Worüber Kinder mitentscheiden können

Worüber Erwachsene entscheiden

Kinderkonferenzen und Kinderparlamente

Viele Kitas etablieren Kinderkonferenzen als regelmäßiges Format. Erfolgsfaktoren:

Die Kita als demokratischer Ort

Die Politikwissenschaftlerin Raingard Knauer (FH Kiel) argumentiert: Demokratiebildung beginnt nicht in der Schule, sondern in der Kita. Wenn Kinder erleben, dass ihre Stimme zählt, entwickeln sie demokratische Kompetenzen: Zuhören, Argumente abwägen, Kompromisse finden, Mehrheitsentscheidungen akzeptieren.

„Partizipation ist kein Geschenk der Erwachsenen an die Kinder — es ist ihr Recht.” — Rüdiger Hansen, Deutsches Kinderhilfswerk


Quellen: